Kurzurlaub in den Rügenschen Gewässern 2015

Veröffentlicht am 16.9.2015

Erstmals legte nun also unsere „Saphira“ ohne die Stammcrew vom heimatlichen Steg ab.

Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, hatte unser Sohn Denny den Sportküstenschifferschein erworben und jüngst auch das noch fehlende Funkzeugnis SRC.
Mit einem Kumpel und dessen Vater startete er diesen Sommer Richtung Barhöft.
Ich verabschiedete ihn mit gemischten Gefühlen. Navigatorisch machte ich mir die wenigsten Sorgen, eher überwogen die Bedenken hinsichtlich des seemännischen Könnens.
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Aber Seemannschaft lernt man halt nur in der Praxis. … Und im Handyzeitalter könnten Ute und ich auch als Hotline fungieren, was gottlob jedoch nicht nötig war.
Nach einer Woche lösten wir Denny auf dem Dänholm, der Insel zwischen Festland und der Insel Rügen ab, ohne etwas beanstanden zu müssen. Im Gegenteil, seine Logbuch-aufzeichnungen waren akkurat. Da konnte selbst ich mir eine Scheibe abschneiden.

Nach dem „Personalwechsel“, Denny fuhr mit unserem Auto wieder gen Rostock, sahen wir uns noch kurz auf dem Dänholm um und legten unser Ziel für den Folgetag fest.
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Das Übersetzen nach Stahlbrode erfolgte bei herrlichem Wetter ohne Wind unter Motor. Der Hafen selbst scheint im Umbruch zu sein. Angeleint wird sich hier an der neuen Pier an Mooringbojen. Die Sanitäranlagen sind ebenfalls neu und sehr gut. Zu bemängeln hatten wir eigentlich nur die zu wenigen Anschlüsse für Brauchwasser. Die Hafenmeisterin betreibt gleichzeitig den Kiosk am Hafen und frischen Räucherfisch gibt’s beim Fischer nebenan.
Für Marie bot sich mit einer Showbühne im Rahmen eines Hafenfestes an diesem Tag ein buntes Programm und ich hatte eine nette Unterhaltung mit dem Skipper einer Reinke Euro aus Potsdam.
Der folgende Segeltag bei 2-3 Bft Wind und wolkenlosem Himmel ließ uns nach gut vier Stunden Lauterbach erreichen. Für einen Sonntag erlebten wir hier ein echtes Urlauber-paradies.
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Den geöffneten Supermarkt nutzten wir für den Kauf der Geburtstagstorte für Marie und Ute und Marie schlenderten noch an der Hafenkante über einen Flohmarkt, während ich mich im Rahmen eines Bades mit einer Bürste bewaffnet am Wasserpass unseres Schiffes zu schaffen machte.
Am darauf folgenden Tag fuhren Ute und Marie auf einem Ausflugsdampfer zu einer Robbenbank und erhielten auf dem Schiff einen Vortrag über die Population dieser Meerestiere vor Rügen.
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Ich checkte den Marineshop und wechselte einen Stecker unseres Fremdanschlusskabels aus.
Mit einem Reff im Groß starteten wir am frühen Nachmittag, um noch zum Abendessen Sassnitz zu erreichen.
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Die Anlagen für Sportboote kannte ich bis Dato noch nicht und also machten wir am ersten Steg von der Einfahrt aus gesehen fest. Zugegeben die Box war für uns schon grenzwärtig groß, aber der Steg gegenüber den Hinteren vergleichsweise leer. Warum erfuhren wir dann beim Hafenmeister: Hier wird nicht die Länge des Schiffes bezahlt, sondern die Länge der genutzten Box.
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Die Bauchschmerzen beim Bezahlen ließen sich nur schwer durch das famose Fischessen in der „Ostpreussischen Räucherei“ ausgleichen und so wundert es nicht, dass wir am nächsten Morgen nach einem zeitigen Frühstück diesen Hafen ohne noch eines Blickes zu würdigen wieder verließen.
Bevor er zu einem schönen Sommertag wurde, hatte er Alles im Angebot: Dunst am Morgen, später Gewitter und Winde um 5 Bft. Die rausche Fahrt mit um 8 kn ließ dann unserer planlosen Fahrt vorbei an den Kreidefelsen doch ein Ziel ins Auge fassen: Vitte auf der Insel Hiddensee. Die frühe Ankunft ließ noch eine Ortsbesichtigung zu. Auffallend viele Kinder wuseln in der Marina und dem ganzen Ort umher. Ein Dorado für Marie. Sie geht allein ins Zeltkino und ist auch sonst viel unterwegs: Spielplatz, Sportplatz und dergleichen.
Ute und ich lassen uns für den nächsten Tag im Inseltheater für eine Aufführung zu Klaus Störtebecker zwei Plätze reservieren und wandern von Fahrradverleih zu Fahrradverleih. In der Hochsaison kein einfaches Unterfangen: drei Räder für den nächsten Tag zu ordern. Aber wie sagt man doch?… Das frühe Huhn frisst das Korn!
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Und unser zeitiges Erscheinen am nächsten Tag bescherte uns drei Räder für den Tag. Während wir auf unserer Fahrt an den Südzipfel der Insel, vorbei am Leuchtfeuer Gellen, noch fast allein unterwegs waren, war die Fahrt Richtung Norden eine reine Völkerwanderung. Wir ließen die Räder kurz hinter Kloster zurück und wanderten zu Fuß zum Leuchtturm Dornbusch.
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Ute und Marie genossen die Aussicht von oben, ich die „Ruhe“ unten.
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Gemeinsam nahmen wir den ruhigeren Wanderweg auf der Ostseite zurück nach Kloster.
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Das Theaterstück am Abend war ok, aber man hätte dieses Thema wohl auch anders umsetzen können. Wir waren froh, dass Marie auf dem Schiff geblieben war, denn für ein Kind – 12 Jahre, wäre es völlig unverständlich gewesen.
Mit dem Tagesanbruch verlassen wir Vitte und folgen fein säuberlich der Fahrrinne in Richtung Norden, umfahren den Dornbusch und setzen Segel Richtung Warnemünde. Bei leichten achterlichen Winden bringt uns auch der Spinnaker nur 3-4 kn Fahrt. Ab Darßer Ort wird’s dann eine schnelle Fahrt. Acht Knoten in der Spitze schaffen gewaltig.
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Allerdings musste Ute einige Male mit dem Ruder kämpfen, da ich zum Schifften aufs Vorschiff musste.
In Höhe Markgrafenheide beobachten wir die Kabelleger für den Offshore Windpark Baltic 2 bei der Arbeit und müssen hier dann auch wegen des stetig zunehmenden Windes den Spinnaker wegnehmen und gegen die Genua tauschen. Noch vor 19 Uhr erreichen wir wieder den Steg in unserem Verein.


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